WDoku on-premises betreiben
Viele Kliniken wollen WDoku mit App-Anbindung nutzen, aber keine Cloud einführen. Dafür gibt es WDoku als virtuelle Appliance: eine fertige VM für Ihre eigene Virtualisierung, die Ihre IT selbst betreibt.
Kurzantwort
WDoku läuft on-premises als virtuelle Appliance: als fertige VM für VMware und VirtualBox, per Installationsbefehl auf einer eigenen Ubuntu-Server-VM Ihrer IT (24.04 oder 26.04, jeweils LTS) oder auf einer minimalen Ubuntu-VM von WDoku. In der VM laufen Klinik-Weboberfläche, App-Backend und Datenbank. Die Appliance braucht keine eingehenden Verbindungen, holt sich signierte Updates selbst ab, und alle Weiterbildungs- und KIS-Daten bleiben in Ihrer Klinik.
Was die WDoku-Appliance ist
Die WDoku-Appliance ist eine virtuelle Maschine mit einem aktuellen Ubuntu LTS, der Container-Laufzeit und der WDoku-Anwendung. Ihre IT betreibt sie in der vorhandenen Virtualisierung, vergibt eine IP-Adresse und provisioniert das System mit einem Installationsschlüssel. Es gibt kein Zusammensuchen von Abhängigkeiten und kein Konfigurieren von Anwendungsservern.
Weil viele IT-Abteilungen feste Vorgaben haben, welche VMs in ihrer Umgebung laufen dürfen, gibt es drei gleichwertige Wege zur laufenden Appliance. Alle enden beim selben System mit derselben Verwaltung und denselben Sicherheitsmechanismen:
- Fertige Appliance importieren: WDoku liefert die VM als Import-Datei für VMware oder VirtualBox, auf Wunsch mit LUKS-Vollverschlüsselung der Datenpartitionen.
- Eigene Ubuntu-VM verwenden: Ihre IT stellt eine Ubuntu-Server-VM nach eigenen Standards bereit (Version 24.04 oder 26.04, jeweils LTS). Ein einzeiliger, von WDoku bereitgestellter Installationsbefehl richtet darauf die komplette Appliance ein. Basis-Konfiguration und Festplattenverschlüsselung der VM bleiben dabei in der Hand Ihrer IT.
- Minimale Ubuntu-VM von WDoku: Wer keine eigene VM-Vorlage pflegen will, bekommt von uns eine blanke Ubuntu-Server-VM (Standard-Ubuntu mit SSH, ohne weitere Vorinstallation) und nutzt darauf denselben Installationsweg.
Dieselbe Plattform wie hinter der WDoku App
Wichtig für die Einordnung: In der VM läuft dieselbe WDoku-Plattform, die auch hinter der WDoku App steht. Das umfasst die Klinik-Weboberfläche für Weiterbildungsbefugte und Verwaltung, das Backend für die Mobile-App und die Datenbank.
Ärztinnen und Ärzte Ihrer Klinik können die WDoku App also gegen Ihren eigenen Server nutzen, innerhalb Ihres Netzes. Die Weiterbildungsdaten, KIS-Importe und Auswertungen liegen dabei ausschließlich auf der Appliance in Ihrem Rechenzentrum.
Grundprinzip: nur ausgehende Verbindungen
Die Appliance ist so gebaut, dass von außen niemand hinein muss, auch WDoku nicht. Es gibt keinen Fernwartungszugang, keinen Agenten, der Befehle von einem Cloud-Dienst entgegennimmt, und keinen Port, der ins Internet geöffnet werden muss. Updates werden nicht auf die Appliance gepusht. Ihre IT löst sie aus, und die Appliance holt sich die signierten Software-Pakete selbst ab.
Für die Firewall-Planung heißt das: Sie erlauben ausgehende HTTPS-Verbindungen zu einer kurzen, dokumentierten Liste von WDoku-Zielen. Eingehend erreichbar ist die Appliance nur innerhalb Ihres Klinik-Netzes.
Welche Verbindungen die Appliance nach außen aufbaut
Die Liste der ausgehenden Verbindungen ist kurz und die Appliance erzwingt sie selbst über eine eigene Firewall mit Allowlist:
- Einmalige Verifikation bei der Einrichtung: Beim Provisionieren prüft die Appliance den Installationsschlüssel gegen den WDoku-Server und erhält ihre Zugangsdaten für Software-Updates.
- Software-Bezug: Anwendungs-Updates kommen aus der WDoku-eigenen Registry (docker-registry.wdoku.de). Öffentliche Fremd-Registries wie Docker Hub werden nicht verwendet.
- Zeit und Namensauflösung: NTP und DNS, wobei Sie einen klinikeigenen NTP-Server hinterlegen können.
- E-Mail-Versand: Benachrichtigungen laufen über den WDoku-Server, die Appliance braucht kein eigenes SMTP nach außen.
- Keine klinischen Daten: Weiterbildungsdaten, KIS-Importe und Nutzerdaten verlassen die Appliance nicht.
Installation in vier Schritten
Der Weg von der Datei zur laufenden Anwendung ist auf wenige, definierte Schritte reduziert:
- 1. VM bereitstellen: Die fertige Appliance in VMware oder VirtualBox importieren, oder auf einer eigenen Ubuntu-Server-VM (24.04 oder 26.04 LTS) den WDoku-Installationsbefehl ausführen.
- 2. Netzwerk einrichten: Beim ersten Anmelden führt das Admin-CLI durch die Netzwerk-Einrichtung, statische IP oder DHCP, mit automatischem Rollback bei Fehlkonfiguration.
- 3. Provisionieren: Mit dem Installationsschlüssel von WDoku richtet der Einrichtungs-Assistent (im Admin-Web oder im Admin-CLI) das System ein: Verifikation, Schlüsselerzeugung, Datenbank, Anwendungsstart, mit Live-Fortschritt und Gesundheitsprüfung am Ende.
- 4. Zertifikat hinterlegen: Ihr TLS-Zertifikat für den Klinik-Hostnamen laden Sie im Admin-Web hoch; es wird ohne Neustart übernommen.
Technik im Inneren
In der Appliance laufen die Anwendung und die Datenbank als Container mit klar getrennten Zuständigkeiten: die WDoku-Anwendung, ein Reverse-Proxy für TLS und eine MySQL-LTS-Datenbank mit einer eigenen Datenbank je System. Die Verwaltungswerkzeuge laufen bewusst außerhalb der Anwendungs-Container, damit sie auch dann funktionieren, wenn die Anwendung selbst steht.
Optional wird die Appliance mit LUKS-Vollverschlüsselung der Datenpartitionen ausgeliefert. Zugangsdaten und Schlüssel, etwa die Datenbank-Passwörter und der Schlüssel für verschlüsselte Anwendungsdaten, sind nicht im ausgelieferten Image enthalten. Sie entstehen erst bei der Einrichtung in Ihrer Klinik und sind damit pro Installation einmalig.
Datenhoheit und DSGVO
Die Appliance verarbeitet die Daten dort, wo sie entstehen: in Ihrer Klinik. Es gibt keine Cloud-Komponente für die Weiterbildungsdaten, keinen von WDoku initiierten Zugriff und keine Übertragung klinischer Daten an WDoku. Für die Zusammenarbeit schließen wir mit Ihrer Klinik einen Auftragsverarbeitungsvertrag, die Rollenverteilung bleibt aber klar: Ihre Klinik betreibt das System, WDoku liefert Software und Support.
Da die Appliance eine normale VM in Ihrer Virtualisierung ist, greifen auch Ihre bestehenden Prozesse für Backup, Snapshots und Notfallwiederherstellung.
FAQ
Welche Virtualisierung wird unterstützt?
Die fertige Appliance wird für VMware und VirtualBox gebaut und ausgeliefert. Über den Weg mit eigener Ubuntu-Server-VM (24.04 oder 26.04 LTS) läuft WDoku darüber hinaus in jeder Umgebung, die eine solche VM ausführt.
Können wir unsere eigene Ubuntu-VM verwenden?
Ja. Ihre IT stellt eine Ubuntu-Server-VM nach eigenen Standards bereit (24.04 oder 26.04, jeweils LTS), ein einzeiliger Installationsbefehl richtet darauf die Appliance ein. Verwaltung, Updates und Signaturprüfung sind danach identisch mit der fertigen Appliance.
Wie groß muss die VM dimensioniert sein?
Für den Start einer Abteilung reichen 2 vCPU, 6 GB RAM und 100 GB Disk. CPU, RAM und Disk lassen sich über die Virtualisierung erhöhen, wenn mehr Abteilungen dazukommen.
Braucht die Appliance dauerhaft Internet?
Für den laufenden Betrieb im Klinikalltag nicht. Ausgehende Verbindungen werden für die einmalige Verifikation, für Software-Updates sowie für NTP und E-Mail-Versand über den WDoku-Server genutzt. Die Ziele sind dokumentiert und wenige.
Muss WDoku auf unsere VM zugreifen können?
Nein. Das Betriebsmodell kommt ohne eingehende Verbindungen aus. Support-Zugriff gibt es nur, wenn Ihre Klinik ihn ausdrücklich einrichtet und kontrolliert.
Wie sichern wir das System?
Über Ihre vorhandene VM-Sicherung (Snapshots, Backup-Software der Virtualisierung). Die Appliance benötigt dafür keine Sonderbehandlung.
Stand und Einordnung
Redaktionell aktualisiert: 17.06.2026
Diese Seite beschreibt das technische Betriebsmodell der WDoku-Appliance für Klinik-IT und technische Entscheider. Details zu Netzwerk-Zielen und Systemvoraussetzungen stimmen wir im Einführungsprojekt mit Ihrer IT ab.
Die fachliche Nutzung der Klinikversion steht unter Für Kliniken und in der Klinik-Dokumentation.
Quellenbasis: WDoku Produkt- und Betriebsdokumentation