Wie weise ich Kompetenzen in der Weiterbildung nach?

Vom Eindruck zum belegbaren Nachweis: Selbsteinschätzung, Vidierung durch einen Supervisor und eine Rückmeldung, Maßnahme für Maßnahme.

Kurzantwort

Ein Kompetenznachweis belegt sicheres, eigenständiges Können und entsteht im Dreischritt: Selbsteinschätzung beim Erfassen, Vidierungsanfrage an einen berechtigten Supervisor, Bestätigung mit Stufe und Kommentar. Belastbar wird er durch Skala, Rückmeldung und zeitlichen Verlauf. Die offizielle Bestätigung bleibt im eLogbuch.

Was ein Kompetenznachweis ist

Ein Kompetenznachweis belegt, dass eine Tätigkeit sicher und auf der passenden Stufe der Eigenständigkeit beherrscht wird. Er ergänzt damit die dokumentierte Häufigkeit einer Leistung um die Qualität der Ausführung.

Grundlage ist eine dokumentierte, bestätigte Einschätzung: Ein Supervisor hat die Maßnahme beobachtet, auf einer Anvertrauensstufe eingeordnet und das festgehalten.

Der Rahmen: Was die Weiterbildungsordnung verlangt

Die Muster-Weiterbildungsordnung 2018 beschreibt Weiterbildung über Kompetenzen: kognitive und Methodenkompetenz (Kenntnisse) sowie Handlungskompetenz (Erfahrungen und Fertigkeiten). Im offiziellen eLogbuch bestätigt der Weiterbildungsbefugte diese Inhalte und die Richtzahlen.

Das eLogbuch bestätigt dabei je Inhalt, dass er erworben wurde. Eine abgestufte Aussage, wie eigenständig eine einzelne Tätigkeit beherrscht wird, und eine dokumentierte Rückmeldung je Maßnahme sieht es nicht vor. Genau diese Ebene liefert die strukturierte Vidierung auf einer Anvertrauensstufen-Skala.

Der Weg zum Nachweis

Typisch ist ein fester Dreischritt, der sich in den Erfassungs-Alltag integrieren lässt:

1

Erfassen und einschätzen

Die Maßnahme wird dokumentiert; die Selbsteinschätzung auf der Skala erfolgt im selben Schritt. Die Selbsteinschätzung schult den Blick auf die eigene Entwicklung.

2

Vidierung anfragen

Die Anfrage geht an einen berechtigten Supervisor, der die Maßnahme supervidiert hat. Eine offene Anfrage lässt sich zurückziehen.

3

Bestätigung mit Stufe und Kommentar

Der Supervisor bestätigt oder hinterfragt die Maßnahme auf der passenden Anvertrauensstufe und ergänzt eine Rückmeldung. Diese Bestätigung heißt Vidierung.

Was einen belastbaren Nachweis ausmacht

Belastbar wird ein Nachweis durch Kontext. Vier Elemente machen den Unterschied:

  • Die Anvertrauensstufe: eine einheitliche, vergleichbare Einordnung statt freier Formulierungen
  • Die Rückmeldung des Supervisors: ein kurzer Kommentar, der die Einordnung nachvollziehbar macht
  • Der zeitliche Verlauf: viele Bewertungen über Monate zeigen eine Entwicklung, die eine einzelne Momentaufnahme nicht zeigen kann
  • Die Fremdbestätigung: die Selbsteinschätzung ist der Ausgangspunkt, den Nachweis macht die Bestätigung durch den Supervisor

Viele kleine, sauber dokumentierte Bestätigungen ergeben ein klareres Bild als eine pauschale Aussage am Ende eines Weiterbildungsabschnitts.

In WDoku

In WDoku erfassen Sie eine Maßnahme, schätzen sich auf der gewählten Skala ein (Ampel oder ten Cate) und fragen die Vidierung bei einem berechtigten Supervisor an. Der Status jeder Maßnahme bleibt sichtbar: erfasst, angefragt, bestätigt.

Erreicht ein Katalog-Eintrag die hinterlegte Schwelle bestätigter Vidierungen, markiert WDoku ihn als freigeschaltet. Das ist strukturierte Vorarbeit und Feedback; die offizielle Bestätigung der Weiterbildung erfolgt weiterhin im eLogbuch der Landesärztekammer.

FAQ

Wie weise ich Kompetenzen in der Weiterbildung nach?

Indem eine supervidierte Maßnahme auf einer Anvertrauensstufe bewertet und von einem berechtigten Supervisor bestätigt (vidiert) wird, ergänzt um eine Rückmeldung.

Reicht die Selbsteinschätzung allein?

Nein. Die Selbsteinschätzung ist der erste Schritt; den Nachweis macht die Bestätigung durch einen berechtigten Supervisor.

Kann ich eine Vidierungsanfrage zurückziehen?

Ja, solange sie noch offen ist. Danach entscheidet der Supervisor: bestätigen oder mit Begründung ablehnen.

Ist ein Kompetenznachweis in WDoku die offizielle Bestätigung?

Nein. Er ist Vorarbeit und Feedback. Die offizielle Bestätigung läuft weiterhin über das eLogbuch der Landesärztekammer.

Praxis Vidierung und Supervision

Wer bestätigen darf und wie der Ablauf aussieht.

Anlass Weiterbildungsgespräch

Nachweise als Grundlage für das Pflichtgespräch.

Für WBB Leitfaden für Weiterbilder

Vidieren und das Framework der Abteilung abbilden.